Ratgeber / Biologie
Erbgänge nach Mendel auswerten
Für ein Merkmal hat jedes Lebewesen zwei Erbanlagen, Allele genannt, eine von jedem Elternteil. Sind beide gleich, heißt es reinerbig, sind sie verschieden, mischerbig. Mit einem Kreuzungsschema, einer kleinen Tabelle, rechnest du aus, welcher Anteil der Nachkommen welches Merkmal zeigt.
Wozu du das brauchst
Zwei schwarze Kaninchen bekommen ein weißes Junges. Das Kreuzungsschema zeigt dir, wie das geht, wenn beide mischerbig sind.
Merke
Schreib die Allele des einen Elternteils über die Spalten und die des anderen vor die Zeilen. Ein dominantes Allel, groß geschrieben, setzt sich gegen ein rezessives, klein geschrieben, durch. Beim intermediären Erbgang zeigen Mischerbige eine Zwischenform. Beispiel: Aa mal Aa ergibt AA, Aa, Aa und aa, also zeigen drei von vier das dominante Merkmal.
Ein Beispiel Schritt für Schritt
Stelle das Kreuzungsschema auf und gib die zu erwartende Anzahl an.
Bei der Wunderblume wird die Blütenfarbe intermediär vererbt: Pflanzen mit RR blühen rot, mit WW weiß und mit RW rosa. Zwei rosa blühende Pflanzen (RW) werden miteinander gekreuzt. Es wachsen 80 Nachkommen heran. Wie viele davon haben nach den mendelschen Regeln voraussichtlich rosa Blüten?
- Keimzellen je Elternteil: R und W. Kombinationen: RR, RW, WR, WW — rot, rosa, rosa, weiß.
- Gefragt sind 2 von 4 gleich wahrscheinlichen Kombinationen, also der Anteil .
- Bei 80 Nachkommen sind das 40.
Typische Denkfehler
Diese Denkfehler erkennt die App bei der Aufgabe oben — und so erklärt sie sie.
Ein typischer Fehler
Du zählst nur die reinerbigen AA als Träger des dominanten Merkmals. Die mischerbigen Aa zeigen es aber auch, denn das dominante Allel setzt sich durch.
Einen intermediären Erbgang als dominant-rezessiv behandelt
Wäre eine Farbe dominant, gäbe es gar keine rosa Blüten. Beim intermediären Erbgang zeigen die Mischerbigen RW eine Zwischenform, und sie machen im Kreuzungsschema zwei von vier Kombinationen aus.
Die Uniformitätsregel auf die Enkel angewandt
Gleich sind nur die Nachkommen zweier reinerbiger Eltern, die erste Tochtergeneration. Werden zwei Mischerbige gekreuzt, spalten sich die Merkmale wieder auf — das ist die Spaltungsregel, und sie gilt hier.